Die verschiedenen Bewältigungsstrategien unter einem Dach

Objekt

Titel

Die verschiedenen Bewältigungsstrategien unter einem Dach

Beschreibung

Das Zusammenleben mehrere Generationen in einem Haushalt kann schon unter ganz normalen Umständen herausfordernd sein - jede Person hat ihre eigenen Vorstellungen, Werte, Verhaltensweisen usw., verfolgt einen eigenen Tagesablauf und hat eigene Prioritäten für den Alltag.
Plötzlich sind dann alle permanent zuhause und selbst wenn man das Glück hat und sich aufgrund der räumlichen Bedingungen aus dem Weg gehen kann, so verbringt man doch sehr viel mehr Zeit miteinander. Das an sich kann schon etwas seltsam bis sehr schwierig sein, aber was noch viel intensiver auf das Familienleben ausschlagen kann, ist der Umgang mit einer Krisensituation und die Bewältigungsstrategien, die sich jeder aneignet. Es ist unwahrscheinlich wie stark diese Umgangsweisen innerhalb einer Familie differieren können. Zusammen mit dem immer vorhandenen Gedanken, nur das Beste für die Liebsten zu wollen, können Spannungen entstehen. Es wird versucht die Verhaltensweise des anderen zu verändern, da man das Gefühl hat, dass die eigene Bewältigungsstrategie besser funktioniert/ fröhlicher macht/ ect. Jedoch differieren die Charaktertypen immer wieder stark und es kommt häufig zu Abwehrreaktionen, die mit schlechter Laune, Reizbarkeit und Konfrontation/Streit einhergehen. Jeder befindet sich in seiner persönlichen Extremsituation und hat eigene Triggerpunkte, die einem selbst kaum und schon gar nicht den Mitmenschen bekannt sind. Als kleines Beispiel würde ich sehr unterschiedliche Reaktion von meiner Mutter und mir kurz anführen – besonders zu Beginn der Corona-Krise:
Ich habe mir die notwendigsten Infos bezüglich Ausgangsbeschränkungen, Hygiene, etc. zusammengesucht und versucht alles darüber hinaus so gut wie möglich auszublenden. Meine Mutter hat versucht so viele Informationen wie möglich über die Medien zu erlangen.
Ich war schlecht gelaunt und kam mir eingesperrt vor. Meine Mutter hat die zusätzliche freie Zeit als positiv angesehen und sofort mit liegengebliebener Arbeit begonnen.
Ich habe versucht, alles so gut wie möglich auszublenden und einen normalen Alltag aufzunehmen, in dem Corona keine Rolle spielt. Meine Mutter hat gleich begonnen jede Kleinigkeit, die im Zusammenhang mit Alltag und Corona steht, fotografisch und schriftlich zu dokumentieren.
Das sind nur einige Beispiele und nach einiger Zeit hat sich das auch im Umgang miteinander gut eingependelt, wir haben gelernt, die Verhaltensweisen des anderen zu akzeptieren und im Alltag Platz für die jeweiligen Bedürfnisse zu schaffen. Wichtig war, dass wir über diese gesprochen und somit die Beachtung dieser eingefordert haben – es war dadurch leichter Kompromisse einzugehen und das Zusammenleben für alle angenehmer zu gestalten.

Zuordnung

Zusammenleben und Leben auf Distanz

Räumlicher Geltungsbereich

Deutschlandsberg

Urheber

Anna
21
weiblich
3
Nein
Teilzeit
Stadtrand
BHS mit Matura
Freizeitassistentin
Ja

Rechteinhaber

Ja

Sammlungen

This item was submitted on May 1, 2020 by [anonymous user] using the form “Meine Erinnerung” on the site “ComeBack - Das Corona-Archiv der Universität Graz”: https://corona-archiv.uni-graz.at/s/ComeBack

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