Die Ernsthaftigkeit des Virus

Objekt

Titel

Die Ernsthaftigkeit des Virus

Beschreibung

Mitte Jänner hat mir ein Bekannter, der Mitte 40 ist und mit einer Ärztin verheiratet ist, noch erzählt, dass die Grippe viel schlimmer sei und alle wegen Corona überreagieren. Im Freundeskreis hat man Witze darüber gemacht, gelacht. Doch als nachdem am 11./12. März der Lockdown kam, hörten die Witze auf. Man fühlte sich fast schuldig, dass man es so sehr auf die lockere Schulter genommen hatte. Vor allem wenn man Berichterstattungen aus Italien zu sehen bekam.
Nur zwei Wochen nach dem Beginn des Lockdowns kippte die Stimmung im Vergleich zu Mitte Jänner völlig. Leute, die zuvor noch ihren Spaß getrieben hatten mit Corona, wollten nun nicht einmal noch die eigene, engere Familie wie Geschwister in die Wohnung lassen. Selbst ein Spaziergang auf Abstand setzte diese Leute unglaublich unter Stress. Einerseits aus Angst vor der Polizei, aber auch aus Rücksichtnahme auf die empfindlichsten in der WG, andererseits aus Angst selbst erkranken zu können. Dieser Umschwung war für mich mit unter am härtesten mit anzusehen. Wie schnell sich die Einstellung von Leuten einer Sache gegenüber ändern kann. Heute frage ich mich, wie viel die teilweise Angst und Panikmache er Regierung dazu beigetragen hat. Wenn ein sicherer Zusammenhang besteht, so ist es zwar noch einmal gut ausgegangen, aber gibt kein besonderes Zeugnis für die demokratischen Zustände in unserem Land ab.

Zuordnung

Zusammenleben und Leben auf Distanz

Urheber

Ti
25
weiblich
3
Nein
Nein
Stadt
AHS mit Matura
Student
Ja

Rechteinhaber

Ja

Sammlungen

This item was submitted on May 4, 2020 by [anonymous user] using the form “Meine Erinnerung” on the site “ComeBack - Das Corona-Archiv der Universität Graz”: https://corona-archiv.uni-graz.at/s/ComeBack

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